Warum wird Autorinnen ironisches Schreiben nur zögerlich zugestanden? Worauf zielt die Ironisierung so prominenter Geschlechterbilder wie des Dandys und der Femme fragile im Fin de Siècle? Diesen Fragen geht die vorliegende Studie vor allem am Beispiel der Werke von Annette Kolb und Franziska zu Reventlow nach und bezieht vergleichend Texte von Thomas Mann, Ricarda Huch, Else Lasker-Schüler sowie Virginia Woolf mit ein. Exemplarische Einblicke in die Geschichte ironischen Schreibens von Frauen zeigen, wie seit der Aufklärung und der literarischen Epoche der "Empfindsamkeit" Weiblichkeit und ironische Verstellung als unvereinbar galten und die Rezeption weiblicher Ironie vielfach verhinderten. Dieses Buch konfrontiert die ironischen Schreibweisen aus dem Umfeld der ersten Frauenbewegung mit Judith Butlers Theorem der Performativität, erhellt die Existenz vorheriger, vergleichbarer literarischer Techniken und ermöglicht zugleich eine Kritik von Butlers Parodiebegriff. Dr. Isabelle Stauffer Isabelle Stauffer wurde mit vorliegender Studie an der Universität Zürich promoviert. PressespiegelStauffer gelingt es, das Innovationspotential von Literatur, die der Theorie voraus ist, anhand eines interessanten literaturgeschichtlichen Feldes plausibel und anregend herauszuarbeiten. Ihre Studie wird der Forschung zum Fin de Siècle neue Impulse verleihen. (Germanistik) Stauffer legt eine hervorragende Studie zu ironischen Inszenierungen geschlechtsspezifischer Topoi vor [...]. Die pointierten Zusammenfassungen am Ende eines jeden Kapitels sowie das Namensregister erleichtern der Rezipientin/dem Rezipienten die Orientierung angesichts der großen Materialfülle. So ist eine Studie entstanden, die man erstens bedenkenlos empfehlen kann, die zweitens Lust auf die (erneute) Lektüre Kolbs und Reventlows macht und die drittens ein auf Studien zu Ironisierung, Topos- und Genderforschung basierendes Analyseinstrumentarium bereitstellt zu weiteren Untersuchungen geschlechtsspezifischer Topoi. (querelles-net) |